Chronik des SV Furschweiler
1928 – 1945:
Da authentische Unterlagen, insbesondere aus der Zeit der Gründung bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges nicht vorhanden sind, und vorwiegend mündliche Berichte zur Auswertung stehen, schließt der Rückblick die Möglichkeit von Irrtümern nicht aus. Es war im September 1928, als sich sportbegeisterte junge Männer unter der Leitung des zum 1. Vorsitzenden gewählten Andreas Bur zusammenfanden und sich entschlossen, einen Fußballverein zu gründen. Das soll jedoch nicht heißen, dass vorher in Furschweiler noch kein Fußball gespielt worden sei. Bereits vor der Gründung des neuen Vereins trugen einige sportinteressierte Jugendliche in der seinerzeit bestehenden DJK der Pfarrei Fußballspiele auf dem Wiesenplatz hinter dem Leidenberg „ Auf Bauernstall „ aus.
Bereits mit der Gründung des Vereins, dessen Ziel der Aufbau einer Fußballmannschaft und die Teilnahme an den Rundenspielen war, ergaben sich die ersten Schwierigkeiten. Die Hauptschwierigkeit war die Platzfrage. Wie sollte ein Platz geschaffen werden, wenn man damals von Seiten der Erwachsenen nur wenig Verständnis für den Fußball aufbrachte und einige Spieler sogar nur gegen den Willen ihrer Eltern mitmachten. Man kam überein, die ersten Spiele jeweils auswärts auszutragen. Die erste Begegnung fand in Namborn gegen die dortige Mannschaft statt. Trotz einer hohen Niederlage wurde weiter gespielt. In der Folge wechselten Siege und Niederlagen, ohne dass besondere Höhepunkte zu verzeichnen wären. Zwischenzeitlich gelang es auch auf dem „ Rotenberg „ ein Wiesengelände zu pachten und die Spiele dort auszutragen. Ein regelgerechter Spielbetrieb konnte jedoch nur bis 1933 durchgeführt werden. Die Schwierigkeiten häuften sich, so dass der Verein letztlich seine Tätigkeit einstellen musste. Einige Spieler schlossen sich dem Verein des Nachbarortes Gehweiler an, andere spielten bei der zwischenzeitlich wieder aktiv gewordenen DJK weiter, die sich am Gehweilerweg „ Auf Fartel „ einen eigenen Platz hergerichtet hatte. Erstmals in den Jahren 1935/36 trug man sich in der Gemeinde Furschweiler mit dem Gedanken, einen eigenen Sportplatz anzulegen. Hierfür sollte das Waldgelände der „ Unteren Rothecke „ zur Verfügung gestellt werden. Der vorgesehene Sportplatzbau kam jedoch nicht zu Stande, obwohl das Gelände bereits abgeholzt worden war. In den Jahren 1936/37 unternahmen abermals einige junge Spieler den Versuch, den Spielbetrieb anzukurbeln, doch nach wenigen Spielen sah man sich bereits gezwungen, den Spielbetrieb einzustellen, weil das vorhandene Spielermaterial nicht ausreichte. Inzwischen waren auch die ersten Einberufungen zum RAD und zu Wehrmacht erfolgt. Schließlich kam es zum 2. Weltkrieg, der die Vereinstätigkeit völlig zum Erliegen brachte.
1945 – 1958:
Unmittelbar nach Kriegsende, im Herbst 1945, begannen Richard Loch I und Hans Wiesen wieder mit dem Neuaufbau des Vereins. In der Gründungsversammlung vom 1.3.1946 wurde Johann Wiesen zum 1. Vorsitzenden ernannt. Auf Veranlassung der Militärregierung musste jedoch ein neuer Vorstand gewählt werden. Dies geschah in der Generalversammlung am 20.11.1946, in welcher Alfons Litz zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Die Spiele wurden vorerst auf dem DJK-Platz am „Gehweilerweg“ ausgetragen. Sportliche Erfolge sind aus dieser Zeit nicht zu berichten, auch deshalb, weil es an erfahrenen Spielern fehlte. Umso mehr bemühte man sich, in der Ortsnähe eine neue Sportplatzanlage zu errichten. Nachdem die Gemeinde dem Verein das Waldgelände, auf dem sich unsere heutige Anlage befindet, zur Verfügung gestellt hatte, begann der Bau eines Sportplatzes. Während der Amtszeit von Alfons Litz und dem noch aktiven Spieler und späteren Vorsitzenden Alois Backes (1947-1950) verwandelten Vereinsangehörige und Gönner in mehr als 4000 freiwilligen Arbeitsstunden ein Waldstück in einen Sportplatz. Die Mittel wurden durch Theateraufführungen und sonstige Veranstaltungen beschafft. Ende 1948 war der Platz fertig gestellt und bespielbar. Die Einweihung, verbunden mit einem Sportfest, fand erst 1949 statt. Ein lang gehegter Wunsch war damit erfüllt. Fortan konnten die Spiele auf der gemeindeeigenen Sportplatzanlage ausgetragen werden. Wenn auch der ganz große Erfolg zunächst ausblieb, eine gewisse Aufwärtsentwicklung war nicht zu verkennen. Die 1. Mannschaft war in der Folge mehr in der ersten Tabellenhälfte zu finden als früher und es setzte eine größere Breitenarbeit ein. Unter der Leitung der Vorsitzenden Paul Loch (1951-1955), Paul Wittmann (1956-1957) und Wendelin Thiel (1957-1958) absolvierten die eingesetzten Mannschaften ihre laufenden Punktspiele, nahmen an vielen Sportfesten teil, errangen eine Vielzahl von Pokalen und Trophäen und trugen mit wechselndem Erfolg auch Freundschaftsspiele gegen qualifizierte Mannschaften aus.
1958 – 1974:
Das Jahr 1958 brachte einen weiteren Meilenstein in seiner Geschichte. Die Sportplatzanlage wurde erneuert und mit einer neuen Decke aus roter Erde versehen. Die Finanzierung erfolgte durch die Sportplanungskommission und durch die Gemeinde. 1959 wurde die Sparte Karneval gegründet. Die Karnevalsveranstaltungen, die seitdem jährlich stattfanden, erfreuten sich großer Beliebtheit und bildeten einen festen Bestandteil im Vereinsleben des SV Furschweiler.
War man bisher ohne Trainer ausgekommen, so schien es nun doch an der Zeit, einen Trainer zu engagieren, um das Spielniveau zu heben und die Kondition der Spieler zu verbessern. Es gelang dem Verein den Sportkameraden Gerber aus Wiebelskirchen für diese Aufgabe zu gewinnen. Die Geschicke des Vereins lagen zu dieser Zeit in Händen des Aktiven Richard Loch I (1958-1961 und 1963-1966) Zwischenzeitlich übernahmen die Sportkameraden Dieter Schwan (1961/62) und Arnold Hinsberger (1962/63) das Amt des 1. Vorsitzenden.
Der erste sportliche Erfolg ist aus dem Jahre 1961 zu melden. Der D-Jugend gelang die Staffelmeisterschaft.
Nach langen Jahren des Wartens gelang es der 1. Mannschaft in der Spielzeit 1970/71 endlich den heiß begehrten Meistertitel und damit den Aufstieg in die A-Klasse zu erringen. Gleichzeitig errang auch die 2. Mannschaft die Meisterschaft. Die Investitionen vergangener Jahre sowie jahrelange Anstrengungen von Spielern und Vorstand hatten sich gelohnt. Vorsitzender zu dieser Zeit war der frühere aktive Spieler Josef Walter (1969-1972). Die Zugehörigkeit zur A-Klasse sollte nicht von langer Dauer sind. Wenn man in der folgenden Spielzeit die Klasse noch halten konnte, so musste doch im 2. Jahr nach dem Aufstieg 1973 der Abstieg angetreten werden. Wer nun glaubte der Wiederaufstieg sei in weite Ferne gerückt, musste sich eines besseren belehren lassen. Schon am Ende der Saison 1973/74 errang die 1. Mannschaft in überzeugender Manier erneut die Meisterschaft und den Aufstieg in die A-Klasse. Einen großen Anteil daran hatte sicherlich Spielertrainer Günter Grub. In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass der Verein 1973 in eigener Regie eine Flutlichtanlage mit 6 Masten und 8 Strahlern errichtete. Hierdurch wurde die Möglichkeit gegeben, das ganze Jahr hindurch zu trainieren. Die Planung der Flutlichtanlage geschah 1972 unter dem Vorsitz von Dieter Schwan.
1974 – 1992:
Den Erfolgen der aktiven Mannschaften schlossen sich Erfolge der Jugendmannschaften an. 1975/76 errang die D-Jugend eine Meisterschaft, 1976/77 erreichte die C-Jugend dieses Ziel. In der folgenden Saison wurde in der Kreisklasse sogar die Vizemeisterschaft errungen. Ein Erfolg, der alle Anerkennung und Beachtung verdient und mit der Verdienst eines Mannes ist, der sich in unserem Verein langjährig um die Jugendarbeit verdient gemacht hat, Martin Michel.
Im Jubiläumsjahr 1978 fing der Vorstand unter dem Vorsitz von Richard Loch II erneut mit der Planung eines Vereinsheims an. 1974 gab es bereits erste Bemühungen in diese Richtung. Ende 1979 erfolgte dann die Baugenehmigung, und Anfang 1980 der Baubeginn. Bereits am 10.Dezember des gleichen Jahres war das Sportheim dank der beispiellosen Gemeinschaftsleistung vieler Helfer fertig gestellt. Am 30.Januar 1981 wurde das Sportheim offiziell eingeweiht. Zeitgleich mit dem Bau des Sportheims erfolgte eine erneute Erneuerung der Sportplatzdecke. Im Juli 1981 erfolgte die feierliche Einweihung im Rahmen einer Sportwerbewoche. In den Jahren 1978-1981 kämpften wir unter Spielertrainer Günter Grub im unteren Drittel der Tabelle. 1981 setzte sein Nachfolger Jürgen Thomas den begonnenen Einbau junger Nachwuchsspieler erfolgreich fort und errang in der Folgezeit 5 (!) Vizemeisterschaften in der Kreisliga A Schaumberg. Obgleich, zu einer Meisterschaft reichte es nie. 1986 gewann die 1. Mannschaft den Gemeindepokal und die 2. Mannschaft errang eine weitere Meisterschaft 1986/87, dem letzten Trainerjahr von Jürgen Thomas.
Der SV Furschweiler spielte seit 1974 ununterbrochen in der Kreisliga A Schaumberg ehe in der Saison 1989/90 unter Spielertrainer Uwe Biehl der Abstieg in die Kreisliga B St.Wendel angetreten werden musste. Das Entscheidungsspiel gegen den FV Gonnesweiler wurde mit 2:1 verloren.
Die Mannschaft startete im Jahr darauf unter dem neuen Trainer Gerd Ogrizek verheißungsvoll in die neue Spielzeit mit dem Gewinn des Gemeindepokals 1990. Dieser Erfolg gab der Mannschaft jedoch nicht den nötigen Auftrieb zum erhofften Wiederaufstieg. In der Spielzeit 1991/92 errang unsere 2. Mannschaft eine souveräne Meisterschaft.
Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge und der zunehmenden Vielfältigkeit im Freizeitangebot war die Jugendabteilung gezwungen, Spielgemeinschaften mit den Nachbarvereinen einzugehen. Unsere Jugendspieler sind heute in der Spielgemeinschaft Schlossberg vereint. Aus dieser SG gingen bis heute mehrere Meisterschaften hervor.
1992 – 2007:
In einer sportlich schwierigen Zeit übernahm dann Lothar Thiel den Vorsitz von Richard Loch II. 1992 war es dann Martin Recktenwald, der die Geschicke des Vereins übernahm. Ihm ist die enge Zusammenarbeit mit dem TuS Hirstein zu verdanken, aus der seit 1993 der Kreispokal der St. Wendeler Volksbank e.G. hervorgeht (1993 - 1998 auf dem Sportgelände in Furschweiler; seit 1999 als Hallenturnier in der Liebenburghalle in Namborn).
Dem lang gehegten Wunsch nach Erweiterung des Sportheims kam 1994 die Generalversammlung mit positivem Beschluss nach. Durch die tatkräftige Unterstützung vieler Vereinsmitglieder konnte der Erweiterungsbau in Rekordzeit fertig gestellt werden, so dass bereits im Juni des gleichen Jahres die Einweihung erfolgen konnte. Der Anbau umfasst eine größere Küche und bietet Platz für die Lagerung der Getränke. Seither finden ca. 80 Personen im Vereinsheim Platz.
Seit 1997 leitet nun Hans-Jürgen Schneider die Geschicke des SV Furschweilers. Unter seiner Leitung und unter Martin Recktenwald als 2. Vorsitzenden sollte 1999 die Sportplatzdecke erneut renouviert werden. Bei der Renouvierung musste allerdings festgestellt werden, dass eine Reparatur der ramponierten Sportplatzdecke nicht mehr möglich war, da im Mittelbereich des Sportplatzes auf einer Gesamtlänge von 30 Metern die erforderliche Sandschicht dafür fehlte. Daraufhin viel die Entscheidung auf den Bau eines - im Vergleich zum Bau eines neuen Tennenplatz - weniger kostenaufwändigen Naturrasenplatzes. Dabei beliefen sich die Kosten auf 360000 Mark. Davon stellten 150000 Mark die Gemeinde Namborn, 90000 Mark die Sportplanungskommission. Die restlichen 120000 Mark wurden in Eigenleistung durch über 7000 freiwillige Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern erbracht. Dazu zählten die Herstellung der Beregnungsanlage, Installation von Wassertanks, Entwässerungseinrichtungen wie Rinnen, Umzäunung der gesamten Sportplatzanlage, Umrandungen, Anlegung von Stehrandflächen und Verbundsteinen. In dieser Zeit wurden die Heimspiele in Hofeld ausgetragen. Das Training fand ebenfalls auf benachbarten Plätzen statt.
Der Umbau der Sportanlage trug sicherlich dazu bei, dass auch der sportliche Erfolg in der Folgezeit wieder zunahm. So gelang es dem Verein erfahrene Spieler und junge Talente in die Mannschaft zu integrieren. In der Saison 2001/02 konnte dann unter dem Trainergespann Benedikt Schäfer / Klaus Dörrenbächer nach 12 harten Jahren in der Kreisliga B St. Wendel endlich die Meisterschaft und der Aufstieg in die Kreisliga A Schaumberg geschafft werden. Nach dem Aufstieg ist es gelungen sich in dieser Spielklasse erfolgreich zu etablieren. Seit der Saison 2005/06 leitet Spielertrainer Thomas Maldener den Spielbetrieb beim SV Furschweiler.
2008 - heute:
Am 29. August 2008 feierte der SV Furschweiler sein 80 jähriges Vereinsjubiläum, im Rahmen des Kommers wurden zahlreiche Mitglieder geehrt und Ehrenmitglieder ernannt.
In der ordentlichen Mitgliederversammlung im September 2008 kandidierte der 1. Vorsitzende Hans-Jürgen Schneider nach über 11 Jahren als Vorsitzender (und weiteren Jahren davor als Schriftführer) nicht mehr für dieses Amt. Da kein Kandidat als 1. Vorsitzender gefunden wurde, wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung für den 01.11.2008 anberaumt. In dieser Versammlung wurde Horst Künzer als neuer 1. Vorsitzender gewählt. Patrick Stoll wurde als 2. Vorsitzender wiedergewählt.
Sportlich war die Saison 2008/09 von der Umsetzung der Spielklassenstrukturreform des Saarländischen Fußballverbandes geprägt. Durch die Einführung der Saarlandliga und der Zusammenlegung der Kreisligen A und B in der bisherigen Form ergaben sich vielerlei Aufstiegsmöglichkeiten. In der Kreisliga A Schaumberg hätte der 7. Platz ausgereicht, um sicher in der neuen Bezirksliga St. Wendel der Folgesaison zu spielen. Sah es bis zur Winterpause noch sehr gut aus, konnte die 1. Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr die Leistung abzurufen, um den Relegationsplatz 8 zu erreichen. Eigentlich wäre man mit dem Mittelfeldplatz 10 sehr zufrieden gewesen. Diese Platzierung bedeutete jedoch, dass der SV Furschweiler in der Saison 2009/10 in der neuen Kreisliga A Weiselberg spielen musste. Nominell war dies kein Abstieg, de facto jedoch schon, da nun die Kreisligen A die tiefsten Spielklassen sind (die Reservemannschaften werden als Kreisliga B bezeichnet).
Nach vier Jahren unter der sportlichen Leitung von Thomas Maldener startete man mit einem neuen Trainergespann (Thomas Kiefer / Oliver Dreke) in die neue Kreisliga A Weiselberg der Saison 2009/10. Keiner wusste zu Beginn wo der SV F stand. Dass diese Saison eine Saison der Superlative werden sollte, konnte niemand ahnen. Mit nur zwei Niederlagen, 91 Punkten, 132:24 Toren und einem Vorsprung von 17 Punkten auf Tabellenplatz 2 wurde der SV Furschweiler souverän Meister.
Durch den Aufstieg spielt der SV Furschweiler in der Saison 2010/11 erstmals in der Bezirksliga St. Wendel (wenngleich dies nun die zweittiefste Spielklasse ist). Mit dem Trainergespann Kiefer/Dreke wird die erfolgreiche Arbeit fortgesetzt, um das Ziel „Klassenerhalt“ zu erreichen.